Vermittlung von Kunst und Kultur
Vermittlung von Kunst und Kultur

Ausschreibung

Präambel

 

Lommatzsch liegt nahe der Großstädte Dresden und Leipzig, die mit ihren Angeboten der Bildenden und Darstellenden Kunst in kultureller Hinsicht alle Aufmerksamkeit im Bundesland erhalten. Im ländlichen Raum sind dagegen kulturelle Angebote selten. Ausstellungen von namhaften KünstlerInnen finden nicht statt. Kunstobjekte, wie historische Denkmäler oder moderne Plastiken, die zumeist in großen Städten selbstverständlich Plätze prägen, sind in ländlicher Umgebung selten vorhanden. In manchen Kirchen findet man barocke Putten oder Altarfiguren. Doch sind die Kirchen außerhalb der Gottesdienste meist verschlossen. Und weil auf dem Lande Kunst und Kultur kaum mehr sichtbar sind, verschwindet damit nach und nach auch ihre Relevanz für die Menschen vor Ort.

 

Leere kommunale Kassen verstärken diesen Bedeutungsverlust. Wenn die finanziellen Mittel für die Unterhaltung von Straßen und Schulen fehlen, möchte kein Stadtrat Geld für kulturelle Angebote ausgeben. Das ist nachvollziehbar. Falsch ist es aber, deshalb auf Kunst und Kultur zu verzichten. Mit dem Verlust von kulturellem Kapital verliert eine Gesellschaft auch ihre Innovationskraft. Die Auseinandersetzung mit Kunstwerken weckt Fantasie, stärkt Kreativität und regt Menschen an, selbst gestalten zu wollen. Der Bezug zu Kunst und Kultur gibt Heimat, zudem fördert die Fantasie im Menschen den Ausgleich, ein friedlicheres Miteinander durch Auseinandersetzung und damit die Beschäftigung mit dem Standpunkt des Gegenübers. Gestalten-Wollen heißt auch Beteiligung an gesellschaftlichen Entwicklungen.

 

Ausschreibung Bildhauerwettbewerb

 

Unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Freistaats Sachsen Michael Kretschmer schreibt die "François Maher Presley Stiftung für Kunst und Kultur“ gemeinsam mit der Stadt Lommatzsch zum zweiten Mal in 2027 einen „Sächsischen Bildhauerwettbewerb: Kunst und Kultur im ländlichen Raum“ bundesweit aus.

 

Teilnahmebedingungen

 

Beteiligen können sich alle KünstlerInnen, die folgende Voraussetzungen erfüllen:

 

- Wohnsitz und/oder Geburtsort: Bundesrepublik Deutschland;

 

- Alter: Unbegrenzt;

 

- Künstlerische Qualifikation:

  • Abgeschlossenes Studium an einer Kunstakademie oder eine vergleichbare Ausbildung;
  • Es ist ein detaillierter Werkvorschlag (inklusive Skizzen, z.B. Modellfotos oder Animationen, Beschreibung) einzureichen (anonymisiert);
  • Eine schriftliche Darstellung (anonymisiert) darf eine maximale Länge von einer DIN A4-Seite nicht überschreiten (separates PDF);
  • Vorlage einer künstlerischen Vita (anonymisiert und ohne familiäre Hinweise) mit Ausstellungs- und/oder Projektverzeichnis (separates PDF);
  • Separate Referenzen/Werkbeispiele (Internetverweise sind möglich);
  • Anschreiben mit allen Kontaktdaten.

 

Nicht anonymisierte Unterlagen werden ohne weitere Prüfung von der Ausschreibung ausgeschlossen.

 

Bitte weder Originale, noch Mappen, Kataloge oder digitale Speichermedien physisch einreichen. Eine Rücksendung erfolgt nicht. Ein Verstoß führt zum Ausschluss und kann nicht korrigiert werden, um so eine gleiche und faire Behandlung aller Bewerbungen zu ermöglichen.

 

• Bereitschaft,

 

für vier Wochen während der Umsetzungsphase (Juni bis Dezember 2027) in einem kleinen städtischen Bauernhaus in Neckanitz zu residieren. Die Zeiten sind frei wählbar, jedoch mit den Veranstaltern abzusprechen.

                                   

dass das Objekt in der Werkstatt des/der Bildhauer(s)In und auf dem Gelände des Anwesens in Neckanitz hergestellt wird;

 

während der Residenzzeit in Neckanitz, die Öffentlichkeit (BesucherInnen, Schulklassen oder die Presse) am Entstehungsprozess des Kunstwerkes teilhaben zu lassen. Das Haus bzw. Garten in Neckanitz sollten während der Residenzzeit insgesamt etwa 80 Stunden für die Öffentlichkeit geöffnet sein;

 

das Objekt bis spätestens 31.12.2027 fertigzustellen;

 

die Arbeit nach der Fertigstellung an die Stadt Lommatzsch zu übereignen.

 

• Ausschluss von der Teilnahme: Personen, die für bzw. bei den ausschreibenden Institutionen arbeiten oder persönliche Beziehungen zu deren MitarbeiterInnen oder den Jury-Mitgliedern unterhalten;

 

• Thema/Konzept: „Kunst als Spiegel des gesellschaftlichen Miteinanders“/ Die Skulptur als Teil des Alltags im ländlichen Raum;

 

• Material, Maße und Kosten: Wetterbeständig und wiederstandfähig, Mindesthöhe 150 cm, ohne die Notwendigkeit einer Säule zu konzipieren, da auf ein Betonfundament zu montieren.


Die Materialkosten sind sicher zu kalkulieren. Die Kalkulation ist mit der Projektvorstellung (gleiches PDF) einzureichen. Eine Erstattung kann entweder bis zu einem Höchstbetrag von 5.000 Euro erfolgen oder durch die Stellung des von der/dem GewinnerIn geplanten Materials.

 

• Standort/Kontext: Stadt Lommatzsch, Sachsenplatz (kleiner Park am Stadteingang); Kunst und Kultur im ländlichen Raum;

 

• Anzahl: Je TeilnehmerIn darf nur eine Arbeit vorgestellt/eingereicht werden. Dabei muss es sich um die handeln, die für eine Umsetzung geplant ist.

 

• Gültigkeit: Ausschließlich digitale Bewerbungen bis 10 MB unter dem Betreff „Bildhauerwettbewerb Lommatzsch“ per E-Mail an info@Francois-Maher-Presley.com. Sie muss bis zum 31. März 2027 eingereicht werden.

 

Rechtliche und weitere finanzielle Aspekte

 

• Rechteeinräumung/Datenschutz: Mit der Teilnahme am Ausschreibungsverfahren räumen die KünstlerInnen den Veranstaltern die Nutzung aller Daten zu Publikationszwecken, darunter Pressearbeit, soziale Medien, Katalog oder sonstige Drucksachen ein. Das Gewinnerobjekt geht in das Eigentum der Stadt Lommatzsch zum Zwecke der Ausstellung im Öffentlichen Raum über. Die/der GewinnerIn verzichten auf alle weiteren finanziellen oder immateriellen Ansprüche.

 

Im Rahmen des Wettbewerbsverfahrens und danach werden personenbezogene Daten verarbeitet. Mit der Unterzeichnung des Bewerbungsschreibens stimmen BewerberInnen der Verarbeitung der Daten nach Art. 13 der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) zu.

 

• Honorar/Preisgeld: Preisgeld für die Umsetzung des Siegerentwurfs 5.000 Euro.

 

• Kostenübernahme: Nachzuweisende übliche Reisekosten für Projektvorstellung am 18.04.2027 und Aufwandsentschädigung für Projektvorstellung von 500 € pro vorgestelltes Projekt;

 

Reisekosten für den/die GewinnerIn nach Neckanitz zum Aufenthalt;

Übernachtungskosten der/des GewinnersIn in Neckanitz für 30 Tage.

 

Das Verfahren:

 

• Die Jury setzt sich aus sieben Personen zusammen.

    - Drei Kunstexperten der Stiftung;

    - BürgermeisterIn der Stadt Lommatzsch;

    - Drei Vertreter des Stadtrats.

 

Von den Entscheidungen sind jeweils die Personen ausgeschlossen, die ggf. im persönlichen Bezug mit einem/r TeilnehmerIn stehen.

 

Es findet eine Beratung und Entscheidung über die Auswahl der eingereichten anonymisierten Projekte statt.

 

• Einreichung Werkvorschlag bis 31. März 2027;

 

• Jury entscheidet bis 10. April 2027, wer für die öffentliche Projektvorstellung am 18. April 2027 eingeladen wird;

 

• Am 18.04.2027 präsentieren drei bis fünf ausgewählten Personen ihren Entwurf während eines Symposiums in Lommatzsch;

 

• Bis zum 10.05.2027 wird anschließend mittels Abstimmung durch Bürgerinnen und Bürger der Stadt Lommatzsch mit Wohnsitz in Lommatzsch auf dem Bürgerportal und über das Mitteilungsblatt der Stadt Lommatzsch ein Siegerentwurf gekürt. Jede Person/Familie hat nur eine Stimme. Bei Stimmengleichheit findet eine Stichwahl statt.

 

• Umsetzungsphase ist vom 01. Juni 2027 bis zum 31. Dezember 2027.

Der Wettbewerb wird gefördert durch

François Maher Presley

Stiftung für Kunst und Kultur
(Gemeinnützige Treuhandstiftung unter dem Dach der Haspa Hamburg Stiftung)
Dammtorstraße 1, 20354 Hamburg

 

Schreiben Sie uns und nutzen Sie unser Kontaktformular.

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