Kinder und Jugendliche mit Kunst und Kultur in Kontakt bringen.
Kinder und Jugendliche mit Kunst und Kultur in Kontakt bringen.

Uder, Justus

1912-1998

Biografie

 

1912 in Hamburg-Harbung geboren

1929 - 1931 Ausbildung zum Gebrauchsgrafiker bei Etbauer

1932 - 1935 Malerei an der Hochschule für bildende Künste bei Prof. Illies und Paul Bollmann

1940 in Berlin bei Gurlitt

 

Techniken: Ölmalerei, Linolschnitt, Holzschnitt, Monotypie

Ausstellungen

 

1940 in Berlin bei Gurlitt

1945 Hamburger Kunstverein bei Bock

1946 Hamburger Gruppe 45

1947 Beim Künstlerverband "Neue Gruppe"

1947 München in der Städtischen Galerie

1948 Hamburger Gruppe 45

1956, 58, 59, 60, 63, 64, 65 Berufsverband

1978 Grafik in Montevideo

1996 Torhaus Wellingsbüttel - Retospektive (durch François Maher Presley organisiert)

Uders Arbeiten sind im öffentlichen Raum und öffentlichen Sammlungen, z.B.

 

Kunst am Bau Schule Hasselbrookstraße, Hamburg

Ständige Konferenz der Kultusminister in Bonn

und bei einigen Kunstsammlern zahlreich vertreten

 

Verschiedene Einzelwerke wurden ausgezeichnet, darunter "Phantom" oder die beiden Bilder "Industrie I" und "Industrie II".

Zum Leben und Werk

 

Der Künstler zählt noch zu jenen zeitgenössischen Künstlern, die eine außerordentlich gute Ausbildung genossen haben (Hochschule für bildende Künste bei Prof. Ilies und Paul Bollmann). Sein Lebenswerk wurde durch das Hervorheben einiger preisgekrönter Arbeiten mehrfach ausgezeichnet (z.B. »Phantom«, »Evolution«). Für die Sammlung der Bundesrepublik Deutschland, die der Länder (ständige Konferenz der Kultusminister in Bonn) und für das Land Hamburg (Kunst am Bau) wurden Ankäufe getätigt. Uder gehörte zu der Hamburger Künstlergruppe (Hamburger Gruppe 45) in den 40er Jahren und war Mitglied in verschiedenen Berufsverbänden. Zwischenzeitlich wurde der mittlerweile verstorbene Uder in den Brockhaus aufgenommen.

 

Uders Werk kennzeichnet sich durch verschiedene Epochen aus. Stark ausgeprägt ist die Zeit, in der er Akte sowie Portraits malte und zeichnete. Aufgrund der immer währenden schlechten finanziellen Situation musste Uder mit Kohle oder Bleistift arbeiten. Oftmals handelt es sich bei seinen Blättern lediglich um Papierreste, Pappen oder Abfallprodukte, auf denen dann das Werk entstand. Es liegen diverse Blätter vor, die von Justus Uder beidseitig bemalt wurden, um Kosten zu sparen. Während seiner Auseinandersetzung mit dem Kubismus finden wir insbesondere in Blautönen gehaltene Akte, die an Arbeiten von Picasso erinnern, zumindest aber von dessen Technik geprägt sind (z.B. »Weiblicher Akt«, 1935). 

 

Zu seinen stärksten Arbeiten zählen die Selbstportraits. Hatte Uder keine Schüler oder Freunde, die sich ihm zur Verfügung stellen konnten; für Modelle fehlte ihm insbesondere bis 1945 das Geld, so fertigte er Portraits von sich oder Verwandten (Schwester und Ehefrau) an. Sein Vermögen, mit einem karg gesetzten Strich Strukturen und Tiefe in seine Arbeit zu bringen, erinnert an die Technik der damaligen Zeit um Kollwitz. Besonders stark werden später seine farbigen Portraits, da Uder den Menschen, das Gesicht und dessen Ausstrahlung durch verschiedene Farbsetzung - ungewöhnlich für seine Zeit - widerspiegelt. Das letzte Selbstportrait entstand im November 1994. Seitdem ließ die Konzentrationsfähigkeit des, zu der Zeit in den 80ern sich befindlichen, Künstlers stark nach.

 

Immer wieder begehrte der klassisch ausgebildete Uder auf. Die Technik der Alten Meister finden wir insbesondere in seinen nur wenigen Stillleben, die in dunklen Farben (dieses war zu Beginn seiner künstlerischen Tätigkeit auch durch Geldmangel bedingt) und mit dickem Auftrag sehr plastisch anmuten (z.B. »Stillleben mit Pfeife«, 1935, »Stillleben mit Totenkopf und Tonpfeife«).

 

Die größte Begabung von Justus Uder, sein Weg, sein künstlerischer Inhalt, lag im »abstrakten Gegenständlichen« (JU). Zwar beginnt er Anfang der 70er Jahre mit Materialarbeiten, die eine hohe Qualität beweisen (z.B. »Industrie«, 1972), beschränkt sich später aber auf collagenähnliches Verwenden von Pappen und Papier, überklebte Leinwände und dick aufgetragene Ölfarben. Die Auflösung des Gegenständlichen führt ihn zu den Werken »Kulisse I« und »Kulisse II« (1978), beide erhielten einen Preis. Die Arbeit »Phantom« wurde 20 Jahre nach ihrem Entstehen preisgekrönt, eine männliche Person, die sich nur noch durch Schattierungen kenntlich macht (dazu das Schwesternbild »Männer« im gleichen Stil) oder »Evolution«, 1988, eine vollends informelle Arbeit, die in der norddeutschen Kunstwelt ihresgleichen sucht und ebenso preisgekrönt wurde. 

 

Justus Uder begann mit der Abstraktion in einer Zeit, als diese Kunstrichtung eher verpönt, in breiten Bevölkerungsschichten vollends unbekannt war oder kein Verständnis fand (60er Jahre). Die frühe und hohe Qualität seiner Arbeiten lässt diese auch heute noch neben der aktuellen Kunst bestehen. Preisgutachten bescheinigen eine von vielen zeitgenössischen Künstlern nicht erreichte Wertigkeit. Es kann nur für Uders Arbeit und die damit verbundene zeitlose Qualität sprechen, wenn die ihm zugestandenen Preise für die heutige Kunstbewertung im Nachhinein - für schon vor Jahrzehnten entstandene Werke - verliehen wurden. 

Publikationen, Auswahl
 

Bibliothek des Kunsthauses

"Künstler in Hamburg" (Nachschlagewerk)

"Arnold Fiedler Preis 1990" (Katalog)

"Ausstellung Hamburger Künstler 1961"

"Hamburger Künstler 1965".

Kulisse I

 

1978, Öl auf Pappe,

signiert und datiert

preisgekrönt

Schwesternbild vorhanden

nur zusammen zu verkaufen

inkl. Handarbeitsrahmen Schattenfuge

Kulisse II

 

1978, Öl auf Pappe,

signiert und datiert

preisgekrönt

Schwesternbild vorhanden

nur zusammen zu verkaufen

inkl. Handarbeitsrahmen Schattenfuge

Ohne Titel

 

1972, Mischtechnik auf Spanplatte

signiert und datiert

inkl. Handarbeitsrahmen Schattenfuge

Männerakte

 

1928, Öl auf Papier/ Pappe,

signiert und datiert

inkl. Rahmen

 

Selbstportrait

 

1946, Kreide auf Packpapier

signiert und datiert

inkl. Handarbeitsrahmen mit Silberauflage

Gesamtformat 74 x 48 cm

Selbstportrait

 

1947, Buntstift auf Papier

signiert und datiert

inkl. Handarbeitsrahmen mit Silberauflage

Ohne Titel

 

1987, Öl/ MIschtechnik auf Leinen

signiert und datiert

Handarbeitsrahmen, Schattenfuge mit Silberauflage

Gesamtformat 70 x 100 cm

Ohne GTitel

 

20.09.1982, Öl auf Spanplatte

signiert und datiert

inkl. Handarbeitsrahmen, Schattenfuge mit Silberauflage

Gesamtformat 75 x 54 cm

Ohne Titel

 

14.03.1983, Öl auf Spanplatte

signiert und datiert

inkl. Handarbeitsrahmen, Schattenfuge mit Silberauflage

Gesamtformat 75 x 53 cm

Stillleben mit Totenkopf

 

1970, Öl auf Hartfaser

signiert und datiert

inkl. Handarbeitsrahmen, Schattenfuge mit Silberauflage

Gesamtformat 75 x 97 cm

Ohne Titel

 

1987, Mischtechnik auf Pappe

signiert und datiert

inkl. Rahmen

Gesamtformat 73 x 46 cm

Ohne Titel

 

1987, Mischtechnik auf Pappe

signiert und datiert

inkl. Rahmen

Gesamtformat 69 x 51 cm

Männer

 

1970, Öl auf Spanplatte

signiert und datiert

Handarbeitsrahmen, Schattenfuge mit Silberauflage

Portrait

 

40er Jahre, Öl auf Papier

signiert

inkl. Handarbeitsrahmen mit Goldauflage

Portrait eines jungen Mannes

 

1945, Bleistift, Buntstift

signiert und datiert

ungerahmt

Portrait eines jungen Mannes

 

1945, Tusche, Bleistift, Buntstift

signiert und datiert

ungerahmt

Portrait

 

1945, Bleistift, Buntstift

signiert und datiert

ungerahmt

Doppelportrait

 

1947/1948, Buntstift auf Papier und Pappe

signiert und datiert

inkl. Handarbeitsrahmen mit Silberauflage

Portrait

 

1948, Buntstift auf Papier

signiert und datiert

inkl. Handarbeitsrahmen mit Silberauflage

Portrait

 

1949, Tusche auf Papier

signiert und datiert

inkl. Handarbeitsrahmen mit Silberauflage

François Maher Presley

Stiftung für Kunst und Kultur
(Gemeinnützige Treuhandstiftung unter dem Dach der Haspa Hamburg Stiftung)
Ecke Adolphsplatz 3, Großer Burstah
20457 Hamburg

 

Rufen Sie einfach an unter

+49 (0)40 / 181 382 43
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